Segelfliegen ist Handarbeit – auch in der Werkstatt

Donauwörther Piloten reparieren ihre Flugzeuge im Winter selbst

von Helge Zembold

22.2.2019 DONAUWÖRTH-ZIRGESHEIM.

Auch wenn die Sonne immer öfter immer höher am Himmel steht – die Piloten der Segelfluggruppe (SFG) müssen sich bis zum Abheben noch ein bisschen gedulden. Bis dahin wird geschraubt, geschliffen und poliert.

Bild Werkstatt
Hier schrauben die Piloten selbst: Während Peer Zitzmann (v. l. n. r.) und Robin Neumann beim Polieren einer Tragfläche fachsimpeln, kümmern sich Dennis Brunßen-Gerdes und Philipp Ritter um ein Segelflugzeug-Cockpit. Foto: Lars Iwersen

Noch ist der Flugplatzboden auf dem Segelflugplatz Stillberghof zu weich und die Sonne zu schwach, um thermische Aufwinde zu erzeugen – und in größeren Flughöhen wird es auch sehr schnell sehr kalt in den ungeheizten Flugzeug-Cockpits. In der Werkstatt am Flugplatz ist dafür schön warm, und so nutzen die Piloten die Wartezeit auf den Frühling, um ihren Flugzeugen den letzten Schliff zu verpassen.

Mehr als 100 Stunden ist jedes der sechs vereinseigenen Donauwörther Segelflugzeuge pro Jahr in der Luft, das Schulungs-Flugzeug absolviert bis zu 30 Landungen pro Flugtag. Bei dieser Leistung ist eine gründliche Kontrolle der Fluggeräte natürlich wichtig. Die Piloten übernehmen dies selbst, untersuchen die Segler vor allem auf Beschädigungen und überprüfen die Steuerungsanlage und Geräte an Bord. Kleinere Defekte und Reparaturen führen die Luftsportler direkt aus.

Zusätzlich werden die Flugzeuge innen gereinigt und außen poliert. Dabei legen alle Hand mit an, vom 14-jährigen Flugschüler bis hin zum erfahrenen Bundesliga-Piloten –unter der Aufsicht von speziell ausgebildeten Werkstattleitern, die den Umgang mit den verschiedensten Materialien und Werkzeugen vermitteln. Die Eigenleistung spart der SFG nicht nur Geld, sondern hilft auch dabei, Konstruktion und Technik des Segelfliegers im Detail zu verstehen.

Am Ende der Winterarbeit gegen Ende März steht bei der Segelfluggruppe die „Nachprüfung“ auf dem Programm. Ein Beauftragter der Luftfahrtbehörde überprüft hierbei, ob die Wartungsarbeiten ordentlich durchgeführt und dokumentiert wurden und ob das Flugzeug somit flugtüchtig ist. Wie beim Auto-TÜV bekommt das Flugzeug dann die Freigabe, wieder eine Saison lang lautlos durch die Lüfte segeln zu dürfen. (hz)